Betrieb: Gräfenhäuser Druckhaus nimmt ursprüngliche Entlassungen zurück


GRÄFENHAUSEN. Die Kündigungen für die Beschäftigten des Druckhauses Grossmann in Gräfenhausen, die kurz vor Ostern ausgesprochen worden waren (wir berichteten), sind in dieser Woche zurückgezogen worden. Dies berichtet Verdi-Gewerkschaftssekretärin Doris Hannemann.


Janina Lisch, Rechtsanwältin des Geschäftsführers Hajo Grossmann, bestätigt dies. Es habe nach Ostern, wie angekündigt, Gespräche mit dem Betriebsrat gegeben, wobei diese Rücknahme vereinbart worden sei. Dies ändere jedoch nichts an der Situation, dass der Betrieb insolvent sei. „Der Insolvenzantrag müsste bereits unterwegs zum Gericht sein“, so Lisch.


Dass dieser Antrag bis Mitte der Woche noch immer nicht vorlag, hatte die 25 Mitarbeiter des Druckhauses weiter verunsichert. Denn erst, wenn dies geschehen ist, haben sie Anspruch auf Insolvenzausfallgeld als Lohnersatz.



Die Rücknahme der ersten Kündigungen spart den Mitarbeitern zwar Zeit und Geld, weil die Frage der Rechtmäßigkeit dieser Kündigung nicht mehr geklärt werden muss. Allerdings droht bereits die nächste Entlassung. Und der Betriebsrat wurde um seine schriftliche Stellungnahme zu den Kündigungen gebeten: Der Betriebsratsvorsitzende Dieter Mauersberger erhielt nun an seine Privatadresse die Informationen zur Anhörung geschickt, wie er darlegt.



Rechtsanwalt Werner Mansholt, der den Betriebsrat vertritt, wollte neuerliche Kündigungen gerichtlich unterbinden lassen, wie er dem ECHO mitteilte. Dieser Antrag ans Arbeitsgericht auf Erlass einer einstweiligen Verfügung sei am Mittwochnachmittag gestellt worden. Er habe damit erreicht, dass bis 10. Juni dieses Jahres keine Kündigungen ausgesprochen werden dürfen, so Mansholt.



Die Vertreter der Beschäftigten wollen, dass ein Insolvenzverwalter eingesetzt wird. Der soll prüfen, welche Werte im Betrieb noch vorhanden sind, ob und wie es weitergehen kann. Allerdings sei die Firma „nahezu leergeräumt“, sagt Doris Hannemann. Dies hätten ihr Mitarbeiter berichtet, die Anfang der Woche zur anstehenden Betriebsratswahl nochmals in das Druckhaus-Gebäude kamen.



Dazu sagt Grossmann-Anwältin Janina Lisch: „Die Darlehens- und Leasinggeber wollten Sicherheiten ziehen. Das ist ein normaler Prozess.“ Wer Darlehen gebe, wolle in einer solchen Situation vor einem Insolvenzverfahren seine Sachen herausholen, um Zeit und Geld zu gewinnen.



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