BOS/US-Army: Einigung am Arbeitsgericht gescheitert




    
Einigung scheitert
Arbeitsgericht: Zivile Mitarbeiter der US-Kasernen hoffen auf Weiterbeschäftigung


Der Gütetermin am Darmstädter Arbeitsgericht ist gescheitert: Die durch Massenkündigung zum 30. September diesen Jahres entlassenen Mitarbeiter der Hanauer BOS GmbH (Base Operation Services) hoffen auf ihre Weiterbeschäftigung. Oder auf „gerechtere Abfindungen“, sagte der Darmstädter Anwalt Michael Lodzik nach der kurzen Sitzung am Freitag.
Über 30 der laut BOS 125 Mitarbeiter, die in Darmstädter US-Kasernen Wartungs- und Handwerksarbeiten ausführen, klagen jetzt gegen ihre Entlassung und saßen gespannt im engen Gerichtssaal. Ihre Argumente: Zwar würden laut Pentagon-Beschluss im September alle Darmstädter US-Liegenschaften geräumt, dass damit aber auch sofort die Arbeiten in den Kasernen enden, sei unglaubwürdig.

Lodzik wertete es als Indiz, dass BOS wenige Mitarbeiter für Folgearbeiten weiter beschäftige – „allerdings ohne der Auswahl einen Sozialplan zugrunde zu legen“. BOS hatte die Kündigungen mit der Einstellung des Darmstädter Betriebs begründet (wir haben berichtet).

Anlass für die Anwälte der Kläger, die Rechtmäßigkeit der Kündigungen in Frage zu stellen: Die BOS gehöre in Wahrheit zur millionenschweren SKE-Gruppe, argumentierte Lodzik. Sollte ein gemeinschaftlicher Betrieb vorliegen, dürften die Darmstädter Mitarbeiter nicht willkürlich gekündigt werden. Sie würden dann als Mitarbeiter der SKE behandelt und hätten Anspruch auf Weiterbeschäftigung.

Wie der 57 Jahre alte Elektroinstallateur Willi Blum übernehmen viele Betroffene seit Jahrzehnten Wartungs- und Handwerksarbeiten in den Kasernen: „Ich habe vor 30 Jahren als Zivilmitarbeiter der US-Streitkräfte begonnen, wurde 1998 von der SKE-Tochter BOS übernommen. Der Umgang ist undankbar.“

„Das ist eine Hülle, von Anfang an dafür gemacht, Beschäftigte leicht los zu werden“, sagte Lodzik zu Richterin Yvonne Hofmann. Die Abfindungen für altgediente Mitarbeiter zwischen 40 000 und 45 000 Euro würden zudem allein von den US-Streitkräften übernommen. Die BOS müsse sich beteiligen, mahnte Lodzik.

Der Würzburger Anwalt des Unternehmens, Marc Doßler, lehnt bislang ein Entgegenkommen ab. BOS-Personalchefin Sylvia Schröpel hat unterdessen betont, dass ihr die bevorstehende Schließung der Firma sehr wohl nahegehe. Ihre vom ECHO zitierte Aussage, der Vorgang sei „nichts Aufregendes“, habe sich nur auf den Rechtsstreit bezogen.

Am 21. Oktober verhandelt die Kammer den Fall. Dann könne man sehen, ob in den Kasernen andere die Arbeiten übernommen hätten, sagte Lodzik.

(Quelle: Darmstädter Echo/Echo-online.de 26.4.2008)



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