Sozialplan für Echo-Druckerei in Darmstadt vereinbart - Forderung nach Tarifbindung des künftigen Druckzentrums in Rüsselsheim erneuert
Pressemeldung ver.di Hessen
Nach monatelangen Auseinandersetzungen haben sich die Gewerkschaft ver.di und der
Betriebsrat mit der Geschäftsführung der Druckerei des „Darmstädter Echo“ im Rahmen einer
betrieblichen Einigungsstelle auf eine Lösung des Konflikts geeinigt. Für die Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz verlieren werden, wurden Abfindungen sowie die
Einrichtung einer Transfergesellschaft vereinbart. ver.di hatte ergänzend zu den Verhandlungen
der Betriebsparteien Forderungen zu einem Tarifsozialplan gestellt und für deren Durchsetzung
mehrfach zu Warnstreiks aufgerufen. „Ohne den massiven Druck aus dem Betrieb wären der jetzt
vereinbarte Sozialplan und insbesondere die Transfergesellschaft nicht erreicht worden“, sagte
der für die hessische Druckindustrie zuständige ver.di-Fachbereichsleiter Manfred Moos nach
dem Abschluss in Darmstadt.
Betriebsratsvorsitzender Thomas Boyny bewertet das Ergebnis ebenfalls als Erfolg der engen
Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft ver.di und mit dem Darmstädter Rechtsanwalt Werner
Mansholt, der den Betriebsrat in der Einigungsstelle vertreten hat.
In Darmstadt werden nun zu Ende Oktober 2010 knapp 130 Beschäftigte der Echo-Druckerei
entlassen. Nur ein Teil von ihnen hat bisher ein Angebot erhalten, im neuen „Druckzentrum Rhein-
Main“ in Rüsselsheim zu arbeiten, wo ab dem Spätherbst unter anderem die Zeitungen der Echo-
Gruppe gedruckt werden. In Rüsselsheim sollen nach Aussagen der dortigen Geschäftsführung
die Tarifverträge der Druckindustrie nicht mehr zur Anwendung kommen. ver.di werde dies nicht
akzeptieren und weiter für eine Tarifbindung der neuen Druckerei eintreten, sagte
Fachbereichsleiter Manfred Moos in einer Sitzung des hessischen Fachbereichsvorstands am
Mittwoch in Frankfurt.
Harald Seipp, Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe, bedankte sich nach dem Abschluss der
Verhandlungen für die breite Unterstützung, die die Echo-Belegschaft aus der Bevölkerung
erfahren hat. Ein Solidaritätskomitee hatte über Monate hinweg die Streiks unterstützt,
Kundgebungen organisiert und in Darmstadt die Unterschriften von 4.500 Menschen gesammelt,
die für den Erhalt der Arbeitsplätze und die Tarifbindung protestierten.
(Quelle: ver.di Pressedienst 27.1.2010)
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