US-Army Prozesse vor dem Arbeitsgericht Darmstadt
Klagen gegen Kündigung abgewiesen
Fühle mich verraten und verkauft sagt ein Betroffener
DARMSTADT. Über 120 Zivilbeschäftigte der US-Streitkräfte hatten nach dem Abzug der US-Soldaten aus Darmstadt im September ihre Arbeitsplätze verloren. Über 40 hatten dagegen geklagt ohne Erfolg.
Ich fühle mich verraten und verkauft, so einer der Betroffenen, der jahrelang als Elektriker bei der Hanauer Firma BOS GmbH (Base Operation Services) gearbeitet hatte, nach der gestrigen Verhandlung in der dritten Kammer des Arbeitsgerichtes.
Das ist das Urteil, das ich befürchtet hatte, sagte Rechtsanwalt Michael Lodzik, Vertreter von über 30 Klägern, im Gespräch mit dem ECHO. Die Möglichkeiten der Rechtsprechung seien in diesem Fall sehr eng. Die Moral stünde allerdings auf Seiten der Mitarbeiter.
Hintergrund: Die Firma BOS war für Wartungs- und Handwerksarbeiten in den Kasernen zuständig. Nachdem die US-Streitkräfte beschlossen hatten, den Standort Darmstadt komplett zu schließen, war die Firma zum 30. September geschlossen worden, vielen Mitarbeitern wurde gekündigt, einige wurden für ein halbes Jahr in einer Auffanggesellschaft weiterbeschäftigt (wir berichteten).
Nach Ansicht der Richterin Yvonne Hoffmann, die sich durch über 44 Akten durchgearbeitet hatte, verlief bei den Kündigungen alles rechtens: Die BOS GmbH habe den Betrieb stillgelegt und nach Auffassung der Kammer liege auch kein Nachweis über eine Verbindung zum Immobilien-Dienstleister SKE vor.
Das hatten die Kläger in der Verhandlung behauptet. Die BOS GmbH sei keine eigenständige Firma sondern der SEK zugehörig.
(Quelle : Echo-online /Darmstädter Echo 22.10.2008)
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